Von konfessionsverschiedenen Partnerschaften lernen

Kurzfassung und Gesprächsergebnis

Bei konfessionsverbindenen Ehepaaren erhält die ökumenische Beziehung sakramentale Würde. Mit der Ehe kommt die alltägliche Ebene unserer Gemeinden in den Blick. Alltagstaugliche Perspektiven sind gefragt.

Vor diesem Hintergrund haben wir im Gespräch mit der Bistumsleitung zu folgenden Aussagen im Konsens (kursiv dargestellt) gefunden:

1. Ein grosses Anliegen ist es uns, die Bewegung beider Konfessionen aufeinander sichtbar zu machen.

Auf der Seite der Institutionen können Pfarreiräte aber auch Kirchgemeinden mehr Verbindendes bis hin zu gemeinsamen Projekten und Einrichtungen schaffen. So kann das „ökumenische Gewissen“ vor Ort aktiv wach gehalten werden. (Bis hin zu gemeinsamen Kassen.)
In der Öffentlichkeitsarbeit sollte das Gemeinsame über die beteiligten Personen besser zur Geltung kommen. Das Bild der Ökumene in der Öffentlichkeit braucht Pflege.

2. Konfessionsverbindenden Ehen soll mit Wissen um ihre besonderen Herausforderungen und Wertschätzung begegnet werden. Am Beispiel des internen „Beiblatts zu den Ehedokumenten für konfessionsverschiedene Ehen“ haben wir Missverständnisse nicht im Anliegen, sondern in der Formulierung festgestellt. Deshalb machen wir deutlich:

Es gibt noch keine ökumenische Kirche oder Taufe. Deshalb suchen beide Kirchen ihre Mitglieder zur Taufe in der eigenen Kirche zu bewegen. Sie unterstützen die Erziehung in einem echten christlichen Glauben. Jede Kirche steht dabei zu ihrer eigenen Tradition und fordert ein entsprechendes Zeugnis. Die sprachliche Ausformulierung dieses Anliegens braucht eine eigene Sensibilität und Deutlichkeit. Hierzu sollen Seelsorgende aufgefordert und unterrichtet werden.

Für Formulierungen in diesem Bereich ist das Bistum gerne bereit Unterstützung anzunehmen.

3. Kinder sollen jenseits des „entweder-oder“ der beiden Konfessionen erzogen werden, um nicht zwischen die (Konfessionen der) Eltern zu fallen? Unterstützung in dieser schwierigen Erziehungsaufgabe kann darin liegen:

Die Ehepaare können in der Kindererziehung nicht leisten, was die Kirchen noch nicht zustande gebracht haben. Deshalb fordern wir gemeinsam, dass ein grösseres Angebot zur Begleitung konfessionsverbindender Ehepaare entwickelt wird. Dazu sind die Gemeinden und Bistumsregionen aufgefordert.

Mehr soll darüber nachgedacht werden, welche Themen auch auf den unteren Stufen in der Schule ökumenisch unterrichtet werden können. Wichtig ist dabei, dass Religionsunterricht insgesamt ausreichend erteilt werden kann.

Ökumenischer Religionsunterricht fördert das Verständnis für andere Konfessionen und Religionen.

4. Um konfessionsverbindende Ehepaare und ihre Familien gottesdienstlich besser zu beheimaten, stellen wir noch einmal deutlich fest:

Wir befürworten, dass jede Konfession selbstbewusst ihre gottesdienstliche Gastfreundschaft ausübt. Dazu gehört aus Respekt vor den Gegenübern, den Gewissensentscheid aller Mitfeiernden durch klare Formen zu ermöglichen. Gemeinsames gottesdienstliches Feiern fördert das persönliche Verständnis und die Begegnung zwischen den Kirchen.

5. Um das Zugehen auf die Menschen in schwierigen Beziehungssituationen (Geschiedene) zu fördern, stellen wir fest:

Uns ist wichtig darauf hinzuweisen, dass auch bei scheiternden Beziehungen die Haltung der Kirche ein helfende und barmherzige ist. Der Glaube ist hier besonders herausgefordert. Die Bekanntheit über mögliche Hilfen, z.B. Ehenichtigkeitsverfahren, soll gefördert werden. Die barmherzige und begleitende Praxis Jesu ist leitend.

Das Anliegen der Ökumene ist bei der Bistumsleitung ein echtes und persönlich verankertes. Wir wünschen uns, dass Einzelne und Pfarreien den direkten Kontakt zur Bistumsleitung suchen und unsere im Konsens erarbeiteten Ermutigungen für sich in Anspruch nehmen.