Frauen ernstnehmen – für eine Emanzipation und
Partizipation aller in der Kirche

Kurzfassung und Gesprächsergebnis

II Was bringen Frauen in die Kirche ein:

2.1. & 2.2. Glaubensweitergabe in der Familie; Engagement in der Katechese und der Diakonie.
2.4. Die ehrenamtliche Tätigkeit in den Pfarreien wird vor allem von Frauen geleistet.
2.6. Frauen bringen eine andere Sicht in die Auslegung der Bibel.

III Unserer Verantwortung und Sorge für den Fortbestand einer glaubwürdigen, lebendigen Kirche bewusst, stellen wir folgende Forderungen:

3.1. … Wir fordern, in der Bemühung nicht nachzulassen, eine gerechte Vertretung qualifizierter
Frauen in allen kirchlichen Entscheidungsgremien zu erreichen.
3.2. … Um den beruflichen Wiedereinstieg zu erleichtern und gleichzeitig die ehrenamtliche Tätigkeit aufzuwerten, fordern wir für das ehrenamtliche Engagement in der Kirche die
obligatorische Ausstellung des Sozialzeitausweises.
3.3. … Für alle kirchlichen MitarbeiterInnen fordern wir, dass die Kompetenzen der verantwortlichen Personen und Gremien ernst genommen und die Entscheidungswege eingehalten werden.
3.4. Die Kommunikation mit den Frauenverbänden, v.a. mit dem SKF, soll weiter verbessert
werden.
3.5. Wichtig ist: Frauen müssen in ihren heutigen Lebensrealitäten wahrgenommen werden, auch in existentiellen Situationen; Notlagen müssen gesehen und ernst genommen werden. …
3.6. … Es ist uns ein Anliegen, dass Verlautbarungen, Hirtenbriefe vor ihrer Herausgabe von engagierten, kritischen Frauen und Männern gegengelesen („gegengestrählt“) werden.
3.7. … Wir fordern die verlässliche Zusicherung, dass Gemeindeleiterinnen weiterhin ihren Platz im Bistum Basel haben. …
3.8. … Die römisch-katholische Kirche des Bistums Basel soll sich wieder in besonderer Weise in der Ökumene mit unsern Schwesterkirchen und im ökumenischen Gespräch engagieren, wobei sie die Situation konfessionsverbindender Ehepaare und Familien speziell im Blick hat.
3.9. Die Kirche ist nur glaubwürdig, wenn ihre Verantwortlichen leben, was sie predigen, aussagen oder von andern verlangen. Dazu gehört die schwierige Frage der Doppelmoral und des unwürdigen Versteckenmüssens der Priesterkinder. … Wir fordern, dass Priester öffentlich zu ihren Kindern und ihrer Lebenspartnerin stehen dürfen, ohne ihren Beruf aufgeben zu müssen.
3.10. & 3.11. Wir fordern mutige Stellungnahmen der Bistumsleitung zur Klärung von päpstlichen Direktiven, wie diese im Bistum zu handhaben sind, und mutige Lösungen für die Kirche in der Schweiz zu suchen.

IV. Wir fordern vom unserem Bischof, sich in der Weltkirche für folgende Veränderungen einzusetzen:

4.1. …Wir fordern, dass das Gespräch über die Ordination der Frau wieder aufgenommen wird.
4.2. Wir bitten unsern Bischof dringend, sich für die Aufhebung des Pflichtzölibats einzusetzen.
4.3. Eine wirksame Aidsprophylaxe in Entwicklungsländern, inkl. Aufklärung von Frauen und Männern, muss unbedingt unterstützt und darf nicht behindert werden.
4.4 Wir fordern dass die Kirche das Sakrament der Ehe wirklich ernst nimmt und ihm voll vertraut.
PiBB- Konsens zwischen der Gruppe «Frauen ernst nehmen» und dem Bischof Koch vom 22.10.2005

Frauenförderung

Adresse der Arbeitsgruppe der Frauenförderung wird auf der Website des Bistums angezeigt.

Sozialzeitausweis

Zur Förderung der ehrenamtlichen Tätigkeit soll in allen Pfarreien des Bistums der Schweizerischen Sozialzeitausweis ausgestellt werden.

Inkulturierung von Seelsorgern aus anderen Kulturen

Das Bistum Basel führt einen Einführungskurs für Seelsorger und Seelsorgerinnen aus anderen Kulturen ein, in dem diese in unsere Schweizer Kultur, und v.a. in die selbständige und selbstverständliche Mitarbeit der gläubigen Katholikinnen und Katholiken eingeführt werden.
Bedingung für diesen neuen Einführungskurs ist, dass die nötigen finanziellen Mittel dafür gesprochen werden. Die Gruppe „Frauen ernst nehmen“ verpflichtet sich nach ihren Möglichkeiten Überzeugungsarbeit leisten, damit die Notwendigkeit dieses neuen Kurses eingesehen, und daher auch von allen Kirchgemeinden und allen kantonalen Landeskirchen mitgetragen wird.

Aufbau eines niederschwelligen Begegnungsangebotes

Die Bistumsleitung überlegt sich, in welcher Form sie die Idee eines niederschwelligen Begegnungsangebotes mit dem Bischof umsetzen kann.